Künftig geöffnet: für Führungen, Tagungen und Übernachtungen.
Mit der 1930 errichteten Villa Beer wird eines der bedeutendsten Bauwerke der Wiener Moderne öffentlich zugänglich. Die von den Architekten Josef Frank und Oskar Wlach entworfenen und nunmehr restaurierten Räume werden am 8. März als Sitz der Villa Beer Foundation in Wien-Hietzing eröffnet.
Das Wohnhaus mit einem großen Garten war vor fast 100 Jahren für den kunstsinnigen Industriellen Julius Beer und dessen Frau Margarete entworfen worden. Die jüdischen Architekten Josef Frank (1885-1967) und Oskar Wlach (1881-1963), die beide während der nationalistischen Herrschaft emigrieren mussten, gestalteten die hellen, ineinander übergehenden Räume im Stil des vom Bauhaus geprägten Neuen Wohnens. Die Villa stand zuletzt jahrelang leer. Sie wurde vom Wiener Unternehmer Lothar Trierenberg erworben, der das denkmalgeschützte Gebäude in Zusammenarbeit mit dem Architekten Christian Prasser und dem Österreichischen Bundesdenkmalamt aufwendig restaurieren ließ.
Als künftiger Sitz der Villa Beer Foundation soll die in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzte Villa kein klassisches Haus-Museum sein. „Die Villa Beer soll vor allem erlebbar machen, welche Kraft gute Architektur hat“, betont Lothar Trierenberg. Das Gebäude kann im Rahmen individueller und dialogischer Führungen besucht werden, an Wochenenden auch ohne Führung. Ergänzt wird das Angebot durch kulturelle Veranstaltungen, Symposien, Forschung, Publikationen und Bildungsprogramme. Das Führungsprogramm widmet sich sowohl der Architekturikone als auch dem Schicksal der jüdischen Bauherrenfamilie sowie dem zeitgeschichtlichen Kontext der 1930er Jahre in Wien. Zudem können Räume der Villa für Veranstaltungen gemietet werden, und in drei Gästezimmern besteht die Möglichkeit, auch über Nacht zu bleiben.
villabeer.wien